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Hohe Auszeichnung für unsere Schule

10.01.2019 - Werner-Sylten-Preis 2019 gegen Antisemintismus und Rassismus.

Am Mittwoch, dem 09. Januar zeichnete die Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) das Evangelische Schulzentrum für ihr Engagement im jüdisch-christlichen Dialog aus. Bei der Preisverleihung in Halle nahmen Hannah Schlegel (9a), Paula Fritzsche (9d), Sebastian Köhler und Jonas Reichenbach (beide 10b) sowie Frau Nebelung, Frau Burkhardt und Frau Faust die Ehrung entgegen.

Der Preis ist nach dem evangelischen Theologen Werner Sylten benannt, der 1936 wegen seiner jüdischen Abstammung aus dem Pfarrdienst entlassen wurde. Er wurde später von den Nazis ermordet.

Gewürdigt wurden im Besonderen zwei Projekte unseres Schulzentrums, mit denen wir unser tägliches Bemühen für Nächstenliebe, Toleranz und Verständnis füreinander unterstützen. Wir setzen uns ein, dem Antisemitismus und Fremdenhass zu widersprechen und die Schüler für das jüdische Leben in der Stadt zu sensibilisieren: Synagogenführungen in der Synagoge Mühlhausen von Schülern/-innen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und die Church Night 2018.

Die Synagoge in Mühlhausen ist eine der wenigen gut erhaltenen Synagogen in Thüringen. Mangels einer jüdischen Gemeinde in Mühlhausen wird die Synagoge als Gedenk- und Begegnungsstätte genutzt. Eine regelmäßige Öffnung hat sich allerdings für die Stadt Mühlhausen nicht rentiert. So wurde im Frühling 2015 von unserer Schule die Idee geboren, die Synagoge wieder zu öffnen und sie Mühlhäusern wie Gästen der Stadt Mühlhausen mit ihrer Geschichte zugänglich zu machen. Die Schüler-Lehrer-Arbeitsgruppe setzte sich die Öffnung der Synagoge durch Schülerführungen als Ziel. Den Schülern war es ein großes Bedürfnis, Historisches sichtbar werden zu lassen und die Begegnungsstätte wieder mit Leben zu füllen.

15 und 16jährige Schüler führen durch die Synagoge. Es gibt Führungen für unterschiedliche Altersgruppen wie Kinder (ab Klasse 4 bis Klasse 7), Jugendliche (ab Klasse 8) und Erwachsene. Zudem nehmen alle Schüler/-innen der 5. und 7. Klassen unseres Evangelischen Schulzentrums an einer Führung durch die Synagoge teil, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen einer christlichen Kirche mit einer Synagoge erfahr-/ seh- und greifbar zu machen. So werden das jüdische Leben und die jüdische Religion wieder lebendig und können im performativen Unterricht miterlebt werden.

Zu der diesjährigen Church Night mit dem Titel "Angst - schmeckt nicht!" hatten wir Prof. Dr. Reinhard Schramm, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Erfurt, eingeladen, damit er von seinen eigenen Ängsten als Holocaust-Überlebender sowie als Jude in Polen, der DDR und im heutigen Deutschland erzählt. Er stellt sich seinen Ängsten und besucht verurteilte rechtsextreme Straftäter im Gefängnis. Davon berichtet er den Schülern und kommt mit ihnen ins Gespräch. Angeregt durch diese Begegnung, konnten die Schüler sich in kreativen Workshops (Film, Theater, Schreiben, Chor...) mit "der" Angst auseinandersetzen und versuchen selber zum Ende des Projektes, ganz viel Mut zu gewinnen.

Auch im Namen der Kolleginnen und Kollegen, der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern unseres Evangelischen Schulzentrums bedanken wir uns herzlich bei der Jury und der Ev. Landeskirche in Mitteldeutschland für diesen Preis. Die 500 Euro Preisgeld kommen der Fachschaft Religion zu Gute.

Claudia Faust, Maren Nebelung, Annika Burkhardt





Die Preisverleihung zog ein großes mediales Interesse auf sich. Hier einige Auszüge:

TA vom 05.01.2019: werner_sylten_preis_preis_ta1.pdf

TA vom 07.01.2019: werner_sylten_preis_preis_ta2.pdf

MDR Radio Thüringen vom 09.01.2019: augenblick_mal_mdr.mp3

Der Bericht über die Preisverleihung auf der Seite der EKM: https://www.ekmd.de/aktuell/nachrichten/werner-sylten-preis-fuer-christlich-juedischen-dialog-verliehen.html